Duplex-Trommelbremse umbauen

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Lonzoglunz
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Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lonzoglunz » So 12. Mai 2019, 14:55

Hallo zusammen,

nach langer Zeit melde ich mich mal wieder !
Ich habe eine SR Baujahr 1993 mit Duplex-Trommelbremse vorn. Jetzt habe ich mir überlegt, diese Bremse auf das Prinzip der alten BMW-Duplex-Bremse umzubauen. Die SR-Bremse hat eine Verbindungsstange zwischen den beiden Bremshebeln, d.h. die Bremse muss eingestellt werden. BMW hatte das damals anders gemacht. Die Außenhülle des Bowdenzugs stützte sich an dem einen Bremshebel ab, der Innenzug am anderen Bremshebel. Durch dieses Konstruktionsprinzip erreichte man eine automatische Selbstzentrierung beider Bremsbacken und gleichzeitig eine Einstellfreiheit. Die Kräfte auf beiden Bremshebeln, bzw. Bremsbacken sind hierbei gleich und damit auch der Anpressdruck der Beläge in der Trommel. Eine Idee, wie man dieses Prinzip bei der SR-Bremse realisieren könnte, habe ich bereits und die technischen Voraussetzungen sind bei mir auch gegeben.
Bevor ich allerdings anfange, möchte ich im Forum anfragen, ob jemand von euch schon mal dieselbe Idee hatte und so einen Umbau bereits praktiziert hat.

Viele Grüße aus Nochthessen

Euer Lonzoglunz
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rei97
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von rei97 » So 12. Mai 2019, 17:56

Also:
Meine alte /5er BMW hatte so eine Bremse.
Die bremste zwar, aber unvergleichlich schlechter und zickiger als die Doppelscheibe meiner R65. Da tut sich auch bei 160km/h oder Passabfahrt was.
Leider ist die Karre ein Eisenhaufen mit über 200kg, die der Fahrdynamik nicht bekommen. Die Duplexbremse meiner Yam DS6 habe ich zwar irgendwann domptiert, aber immer noch kein Vergleich zu einer Monoscheibe. Das XT Trömmelchen ist dann unterirdisch. Nix für harten Straßenbetrieb, bestenfalls Naturstraßen. Deshalb gab es Eigner, die ihr Trömmelchen gegen die späte 48T Duplextrommel getauscht haben. Funzt nach Eigner FOA gut, aber ich mag die Moppets lieber oschinool. Ausser...
Bei der SR hab ich 1/2 FZR1000 Scheibe rechts angebaut. Mit dem Adapter und dem Serien4K Festsattel und dem FZR HBZ ist das eine sehr geschmeidige Hochleistungsbremse und auf meiner Rundstrecke bin ich damit 30 min schneller unterwegs, als mit meinen 3 anderen Moppets.
Fazit:
Lass die Bremse oschinool und lerne sie optimal einzustellen.
Regards
Rei97

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Lonzoglunz
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lonzoglunz » So 12. Mai 2019, 19:33

20190512_184655[2] (Copy).jpg
Na gut, Rei97,
das sind zwar alles Aspekte, die sicherlich richtig sind, aber mir geht es lediglich um die Möglichkeit, bzw. die Machbarkeit eines Umbaus auf das BMW-Prinzip. (Außerdem schraube ich leidenschaftlich gern und brauche ab und zu mal wieder ein neues Projekt). Einfacher als das BMW-Prinzip in Bezug auf Einstellfreiheit und Gleichmäßigkeit des Anpressdrucks geht es nun wirklich nicht.(Du weißt ja: Kraft gleich Gegenkraft !!!)
Ich habe mir die Bremse heute mal genauer angeschaut und meine, dass der Umbau keine größeren Schwierigkeiten bereiten sollte. Ich habe das Ganze mal aufskizziert und die Skizze als Datei angehängt. Das Verlängerungsteil für den kurzen Bremshebel ist schnell angefertigt und an diesem befestigt. (Und wahrscheinlich fällt das dem TÜV auch gar nicht auf, zumindest nicht dem, zu dem ich immer hinfahre.....). Der einzige Unterschied zum Oschinool-Zustand ist der, dass sich beide Bremshebel nicht mehr in dieselbe Richtung drehen, sondern entgegengesetzt. Das dürfte aber nix ausmachen, weil die Bremsnocken symmetrisch sind (gehe ich zumindest erstmal von aus; werde ich aber vorher noch überprüfen).
Ich werde die Sache auf jeden Fall mal angehen und zwar so, dass ein Rückbau ohne Probleme möglich ist, falls das Ganze nichts bringen sollte.
Ich werde dann davon berichten.
Viele Grüße
Burkhard
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lindi » Mo 13. Mai 2019, 08:35

Hallo Burkhard,

Ich habe gezögert, mich zum Vorhaben hier zu äußern. Grundsätzlich sind so Basteleien, nach gründlicher Vorüberlegung, auch mein Ding. Aber hier im frei zugänglichen www find ich es schwierig, solch ein Thema zu diskutieren.

Was hältst Du davon, mal unseren Stammtisch (IG Kassel) zu besuchen, wo wir Dein Vorhaben mal im Kreise technisch durchaus versierter SR und XT Treiber besprechen können?

Wir treffen uns jeden 1.Mittwoch im Monat im Gasthaus zur Fähre in Hemeln a.d. Weser, so ab 19 Uhr. Kennst Du vermutlich.
Viele Gryße

Dirk
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Lonzoglunz
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lonzoglunz » Mo 13. Mai 2019, 10:40

Hallo Dirk,
klar kenne ich die Kneipe in Hemeln an der Fähre, auch wenn ich kein eingeborener Nochthesse bin.
Aber zurück zum Thema: Ich habe mich gestern Abend nochmal intensiv in meine Skizze vertieft und habe inzwischen Zweifel an der Sinnhaftigkeit meiner Idee. Ich habe heute früh mal den Weg gemessen, den der längere Bremshebel bei voll gezogenem Handbremshebel macht, bzw. den Weg, den auch der innere Seilzug macht. So, wie ich die Bremse eingestellt habe, sind es etwa 6 mm, gemessen gegen einen festen Punkt auf der Bremsankerplatte. Beide Hebel drehen, bedingt durch die Koppelstange, in dieselbe Richtung, also hat ihr Drehwinkel auch dieselbe Drehrichtung (links herum). Bei dem BMW-Prinzip drehen sie entgegengesetzt. Angenommen, die Bremse ist genauso eingestellt, wie jetzt, dann macht der lange Hebel am Einhängepunkt des Bowdenzugs einen Weg von 6 mm und der (verlängerte) kurze Hebel ebenfalls. M.E. müssten sich dann beide Wege addieren zu 12 mm, denn die Außenhülle des Bowdenzugs verschiebt sich ja auch um 6 mm in die entgegengesetzte Richtung. Die Frage ist, ob das dann noch mit dem Weg des Handbremshebels korrespondiert (???)
Ich glaube also, ich lasse besser die Finger davon; zumindest sollte ich mir die ganze Sache erstmal bei einer BMW mit diesem Bremsenprinzip anschauen, denn dabei funktioniert es ja.

MfG
Burkhard
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von tomster1965 » Mo 13. Mai 2019, 14:19

War mein erster Gedanke, der Weg wird zu lang.

motorang
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von motorang » Mo 13. Mai 2019, 14:22

Carl Hertweck lesen
"Besser machen"
da steht soweit alles drin was man über Trommelbremsen wissen kann. Auch und gerade praktisches Zeug ...

Gryße!
Andreas, der motorang
Das Bucheliprojekt unter http://www.motorang.com/bucheli-projekt für SR500 und ein bisserl XT (vor allem Elektrik)

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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lonzoglunz » Di 14. Mai 2019, 11:49

Den "Besser machen / Kupferwurm-Hertweck" habe ich bei mir im Regal stehen. Und heute früh habe ich mir mal die Mühe gemacht, das Bremsenkapitel nicht nur zu überfliegen. Dieser Mensch hatte in der Tat unglaublich viel Wissen und vor allem praktische Erfahrung. Besonders für jemanden wie mich, der viel an alten Motorrädern herumschraubt, ist das die reinste Schatzkiste. Ich sehe also meine Befürchtungen im Nachhinein damit bestätigt und begrabe mein Vorhaben.

Viele Grüße
Burkhard
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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Foa » Mi 15. Mai 2019, 16:54

Wie Helmut schon schrub, hab ich auch in eine meiner XTs solch eine SR-Duplex verbaut, meine bisherige Erkenntnis:

Wenn die Bremsbacken richtig eingestell sind also beide sich gleichzeitig anlegen, dann bremst das ganz gut also für >Straßenbetrieb im Normalfall ausreichend. Das Problem ist eben, dass diese Einstellung im eingebauten Zustand nicht leicht zu finden ist. Es gibt da ja verschledene Möglichkeiten, ich hab mich dafür entschieden das Rad auszubauen, die Ankerplatte umzudrehen und das Ganze optisch einzustellen also wenn sich der Auslösenocken bewegt, muß der andere sich in dem Moment auch bewegen, diese Methode hat bei meiner SR und der XT sehr gut geklappt.....
Gruß der Frank...

Heut nemme un morga net glei... :wink:

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Re: Duplex-Trommelbremse umbauen

Beitrag von Lonzoglunz » So 19. Mai 2019, 18:28

Hallo,
gestern habe ich vorn zwei nagelneue Bremsbacken von TRW Lucas eingebaut und bei der Gelegenheit bei ausgebauter Bremsankerplatte die "Grundstellung", bzw. Nullstellung der beiden Nocken eingestellt, in der sie absolut parallel, also ohne jegliche gegenseitige Beeinflussung durch die Koppelstange stehen. Die habe ich zu diesem Zweck quasi lastlos eingestellt, sodass sie weder unter Zug- noch unter Druckbelastung stand. In dieser Stellung habe ich das Abstandsmaß der beiden Gabelköpfe gemessen: 131,7 mm.
Dann habe ich alles wieder zusammengebaut und die Bremsbacken folgendermaßen eingestellt:
Die Koppelstange habe ich vom kurzen Bremshebel getrennt. Den langen Hebel habe ich mit Handkraft in Betätigungsrichtung bis zum Anschlag gedrückt und ihn mit Hilfe der Einstellschraube am Seilzug in dieser Stellung fixiert. Wenn er noch etwas zurückfedert, kann man das noch mit der Einstellschraube korrigieren.
Dann habe ich den kurzen Hebel ebenfalls in Betätigungsrichtung mit der Hand bis zum Anschlag gedrückt. Da dieser Hebel relativ kurz ist, greift man ihn am besten mit einer Zange. Die Tachowelle sollte dabei ausgehängt werden, weil sie im Wege ist. Dann habe ich die Koppelstange soweit eingestellt, dass die Bohrung im Gabelkopf mit der Bohrung im Hebel übereinstimmt und den Verbindungsbolzen in dieser Position reingesteckt. Wenn der kurze Hebel dabei wieder etwas zurück drückt (Spiel des Bolzens in der Bohrung), kann man das an der Koppelstange korrigieren. Zum Schluss wird die Kontermutter an der Koppelstange festgezogen - Koppelstange dabei mit einer Zange festhalten, damit sie sich nicht mitdreht - und der Seilzug mit der Einstellschraube so eingestellt, dass die Beläge eben gerade so nicht schleifen, bzw. nur ganz, ganz leicht schleifen. Dann habe ich oben am Handbremshebel genau die für mich günstigste Stellung und einen fühlbar harten Druckpunkt.
Ich gehe mal davon aus, dass mit dieser Methode beide Beläge gleichmäßig greifen, bzw. anliegen.
Zur Kontrolle habe ich danach noch mal das Maß zwischen den Gabelköpfen gemessen: Jetzt waren es auf einmal 128,8 mm, also fast 3 mm weniger !!!
Das zeigt mir, dass es eben nicht unbedingt so sein muss, dass bei exakt parallel stehenden Nocken auch automatisch beide Beläge gleichmäßig anliegen. Ich führe das auf die Fertigungstoleranzen bei der Bremsankerplatte, der beiden Nocken und den Bremsbacken zurück.
Eine anschließende Probefahrt ergab schon mal eine gute Bremswirkung, wobei sich die neuen Beläge natürlich noch einschleifen müssen.

Außerdem hatte ich am Wochenende Gelegenheit, mir das mal bei einer BMW-Duplexbremse anzuschauen. Diese hat in der Bremsankerplatte einen Exzenter, mit der die rechte Bremsbacke ganz knapp vorm Schleifen eingestellt wird. Man sieht auch, dass der rechte Bremshebel gegenüber dem linken bei Betätigung einen deutlich geringeren Weg, bzw. kleineren Drehwinkel macht. Dieser Belag greift als erster und bildet dann für den linken Hebel ein festes Widerlager. Danach greift dann auch die zweite Bremsbacke. Auf diese Weise hat man auch am Handbremshebel einen normalen Betätigungsweg.

Viele Grüße

Burkhard (der Lonzoglunz)
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